Ronald: mit Anfang 50 beruflich alles umgekrempelt und aus der Kanzlei als Partner ausgestiegen

Mit Anfang 50 beruflich neu aufgestellt Ronald Kandelhard – Rechtsanwalt Er hat beruflich eine 180 Grad Kehrtwendung hingelegt. Er war sehr erfolgreich als Partner in einer großen Kanzlei tätig. Er hätte ausgesorgt gehabt und dennoch war er unzufrieden. Irgendwann kam für ihn der Punkt, an dem es nicht mehr ging. Er stieg aus und lebt […]

Wie ich es lernte wieder mutig zu sein und du es auch kannst

Darf ich vorstellen? Anja als kleines mutiges Mädchen! Ja, das bin ich. 😉

Wenn ich zurückdenke an meine frühe Kindheit, dann kann ich mit Stolz sagen:

Oh ja, ich war schon immer sehr mutig.

Als kleines Mädchen habe ich es geliebt, mit Tieren zu spielen. Meine Großeltern hatten immer Schafe, Kaninchen und Katzen. Natürlich habe ich sie auch mal geärgert. Besonders lustig wurde es, wenn ich den Bock geärgert habe. Mutig bin ich in das Freigehege rein und habe ihn bis aufs Blut gereizt. Was dabei rauskommen ist, siehst du ja auf dem Bild.  Ja, das bin ich! Keine Sorge, ich habe es unbeschadet überstanden. (Man beachte, dass ich noch lache 😉 ).

Und das war nicht mein letzter Auftritt. Ich bin durchs Moor gelaufen (wobei ich nicht so richtig weiß, ob das noch Mut oder schon Dummheit war), habe mit meiner Freundin Nachtwanderungen auf abgelegenen Wegen gemacht und bin auf die höchsten Bäume raufgeklettert. Soviel ist sicher:

An Mut hat es mir nie gefehlt.

Was geschah dann?

Dann kam die Pubertät und mit ihr die berühmte Anpassung.

Ich darf nicht auffallen.

Ich will beliebt sein.

Ich möchte nicht abgelehnt werden.

Das waren meine Themen.

Nur klar, dass Mut jetzt nicht mehr gefragt war.

Ich wurde zunehmend ängstlicher. Und habe mich dann selbst blockiert.

Es waren jede Menge soziale Ängste. Nicht geliebt zu werden. Nicht anerkannt zu werden. Nicht gut genug zu sein.

Jeder mutige Ausbruch daraus wurde natürlich quittiert. Lächerlich gemacht. Ich fühlte mich schrecklich, weil ich mich wirklich häufig verbogen habe, nur um eben nicht ausgegrenzt zu werden.

Das zog sich lange Zeit durch mein Leben.

Und es gab immer Momente und Zeiten, in denen ich meinen alten durchaus vorhandenen Mut-Muskel wieder trainiert habe und mutig war.

Von außen mag es sogar so ausgesehen habe, als wäre ich immer schon eine ziemlich mutige Frau. Lustigerweise haben mir viele Menschen immer genau das die ganze Zeit anerkennend zugesprochen.

Nur ich habe es nicht gesehen.

Ich habe es vor allem nicht gespürt.

Denn von meiner alten Mut-Kraft war höchstens noch die Hälfte da. Die andere Hälfte rebellierte still in mir. Wie ein innerer Vulkan fühlte es sich an.

Weil ich immer spürte:

Ich will mehr. Ich will anders. Ich will Anja.

Ich will nicht von Montag bis Freitag und manchmal auch bis Samstag arbeiten gehen. Abends die Glotze an. Ab und zu mit Freunden etwas machen. Putzen, einkaufen, Dinge regeln. Sonntags relaxen. Und ein- bis zweimal im Jahr ein bis zwei Wochen in den Urlaub.

Bitte? Das soll mein Leben sein? Mein Leben? Nein, es fühlte sich nicht wie mein Leben an.

Irgendwann kam es, wie es kommen musste: Der Vulkan in mir brach aus. Was hatte es bewirkt?

Eine einzige Frage!

Meine Lehrcoach Dr. Petra Bock aus Berlin hatte mir eine einzige Frage gestellt, die alles veränderte. Sie sagte:

„Frau Worm, wann wollen Sie endlich anfangen sich selbst ernst zu nehmen?“

Wäääääähm! Das saß!

Wie eine Ohrfeige!

Ja, wann eigentlich? Wenn ich 80 bin?

Ich fühlte mich schrecklich. Ich heulte, was das Zeug hielt. Natürlich wusste ich, dass Frau Dr. Bock Recht hatte. Ich nahm mich überhaupt nicht mehr ernst.

Was muss eigentlich passieren, damit wir uns selbst so verleugnen, frage ich mich heute.

Ich weiß es nicht. Ich glaube, bei mir war es ein stetiger Prozess der Anpassung.

Glaub jetzt bloß nicht, dass ich von Berlin nach Hause gefahren bin und mein Leben umgekrempelt habe. Nein. Weit gefehlt. Natürlich fühlte es sich jetzt noch mal viel schlechter an, weil ich ja wusste, dass ich mich selbst nicht mehr ernst nehme.

Ich brauchte noch mal 1,5 Jahre bevor ich dann endlich mein Leben änderte.

Dann aber radikal.

Es hat mich viel Mut gekostet, mich zu trennen. Meinen Kindern und Eltern zu sagen, dass es nicht mehr geht. Dass die Liebe weg ist.

Meine Firma aufzugeben. Neu durchzustarten.

Aus meinem eigenen Haus auszuziehen und nicht zu wissen, wie sich dadurch das Verhältnis zu meinen Kindern verändert. Allein. Ohne Partner an der Seite, der mich stütze.

Es waren tausend Ängste da.

Aber mutig zu sein bedeutet nicht, keine Ängste zu haben. Es bedeutet trotz der Ängste zu handeln.

Heute 2,5 Jahre danach bin ich so mutig wie noch nie zuvor. Um mal ein paar Dinge zu nennen, die seitdem gemacht habe:

Ich habe meine Masken abgenommen und veröffentliche heute solche Artikel, weil ich es wichtig finde, ehrlich und authentisch zu sein. Ich schreibe über meine eigenen Ängste, um anderen Mut zu machen, sie auch zu überwinden.

Ich gehe offen damit um, dass meine Ehe gescheitert ist und ich aus der Firma ausgestiegen bin.

Ich gehe jetzt offen und mutig auf neue Männer zu und lerne sie kennen und flirte mit ihnen. Wow, das hat mich nach über 20 Jahren verdammt viel Mut gekostet.

Ich sage Menschen jetzt viel schneller, was ich toll finde und was sie mir bedeuten. Dass sie mir wichtig sind. Auch mit dem Risiko, dass sie mich dann ablehnen.

Und ich habe viele verrückte Dinge ausprobiert, die dem größten Teil der Bevölkerung Schweißperlen auf die Stirn treiben und mich für komplett verrückt erklären würden.

Ich habe mich z.B. einer Impro-Theater-Gruppe angeschlossen, was für mich definitiv die größte aller Herausforderungen war. Ich war Wellenreiten in Portugal und dabei das erste Mal komplett allein auf eigene Faust verreist. Ich bin an einer Mega-Zipline mit 80 km/h an einer Staumauer entlang geflogen (siehe Video: ja, das bin ich auch 😉 ), bin senkrecht am Seil die Staumauer runtergelaufen und lerne gerade Kite surfen.

 

Ich weiß, dass das für die meisten eher nichts ist und ich möchte damit auch nicht sagen, dass du dasgleiche machen sollst.

Aber für mich war und ist es genau das Richtige. Ich habe große Lust mich auszuprobieren und mag es meine eigenen Grenzen zu testen und zu überwinden.

Ich fühle mich lebendig dabei. Es geht mir nicht um den Kick, es geht mir um die Lebendigkeit!

Ich kann mich dabei gut spüren, wenn ich meine eigenen Grenzen verschiebe. Und mutig bin.

Denn wie ich im letzten Artikel über „mutiger werden“ schon geschrieben habe:

Mut ist ein Anagramm von Glück, wie Julia Engelmann sagt.

Wie kannst du nun davon profitieren?

Ich möchte dich mit meinen Beiträgen und meiner Offenheit hier ermutigen, es mir gleich zu tun. Mutiger zu werden. Dinge zu probieren. Lebendigkeit in dein Leben zu holen.

Ich möchte auch dir die Frage stellen:

Was würdest du tun, wenn du dich endlich wieder ernst nimmst? Was heißt es dann für DEIN Leben?

Was wolltest du schon immer, schon lange tun?

Was verbietest du dir selbst, weil du denkst, es geht nicht/es „schickt sich nicht“/was sollen die anderen denken/….?

Fang mit kleinen Dingen an. Probiere irgendetwas:

  • Sprich eine fremde Person an und mache ihr ein nettes Kompliment.
  • Sage deiner Kollegin, dass du die Zusammenarbeit schätzt.
  • Melde dich noch heute zum Tanzkurs an – auch ohne festen Partner.
  • Schneide deine Haare kurz, wenn du es schon immer machen wolltest.

Werde endlich der/diejenige, der/die du sein willst.

Und mach‘ ruhig viele Fehler dabei! Dann lernst du.

Nimm dich endlich wieder ernst – du solltest es dir wert sein!

Lass mich hierunter teilhaben an dem, was du probierst. Schreib es in die Kommentare, welchen neuen Schritt du gewagt hast? Es interessiert mich sehr!

Mutiger werden – wie du ein intensives Leben führen kannst

Gehörst du auch zu den Menschen die sagen: „Oh ja, ich wäre auch gern mutiger, aber….“

Möchtest du auch gern intensiver leben, traust dich aber nicht?

Was würdest du denn dann gern tun?

  • Deine Arbeitsstelle wechseln oder dich selbstständig machen?
  • Deine attraktive Kollegin ansprechen und auf ein Date einladen?
  • Deinen Partner und damit deine sichere Umgebung verlassen?

Nur leider hockst du in der Warteschleife des Lebens und hoffst, dass dir jemand anderes das abnimmt. 😉

Vielleicht dein Chef, der dich kündigt.

Oder du wartest darauf, dass die attraktive Kollegin den ersten Schritt machst.

Oder du verhältst dich so gemein und verletzend, dass dir irgendwann dein Partner die Entscheidung abnimmt und sich von dir trennt.

Kennst du das in der einen oder anderen Form von dir selbst? Wärst du gern mutiger?

Warum denn überhaupt wärst du gern mutiger?

Julia Engelmann sagt in einem ihrer Gedichte: Mut ist nur ein Anagramm von Glück.

Aha. Ein Anagramm von Glück. Das bedeutet: Bist du mutig, bist du glücklich.

Wir wissen also ganz intuitiv, dass Mut etwas mit Glück zu tun hat. Deshalb möchten wir also alle mutiger werden. Es geht nicht um den Mut. Es geht um unser Glück!

Und in der Tat: Glücksforscher haben herausgefunden: Wenn wir mutig Dinge anpacken, Grenzen überwinden, die vorher unverschiebbar für uns waren und neue Dinge probieren, macht uns das glücklich.

Ja, wenn das so ist: Warum handelst du dann nicht?

Der Hauptgrund dafür, warum du dich nicht traust, sind natürlich deine Ängste.

Du hast Angst, dass du scheitern könntest mit deinen neuen beruflichen Plänen.

Oder dass du einen Korb bekommst.

Oder noch schlimmer, dass du irgendwann einsam in einer kleinen Wohnung von Hartz IV leben musst. Wow, was für eine Katastrophe!

Am liebsten willst du eine Garantie, dass es klappt. Dass du danach glücklich und erfolgreich bist. Dass die Kollegin nur auf dich gewartet hat.

Du wirst diese Sicherheit aber niemals im Außen finden.

Es gibt keine Sicherheit da draußen. Das ist eine Illusion.

Kein Beamtenverhältnis, keine Lebensversicherung, keine Ehe können dir 100%ige Sicherheit garantieren.

Es mag ja sein, dass sich das sicher für dich anfühlt, wenn du verbeamtet bist. Vielleicht ist dies auch derzeit eine gewisse Sicherheit. ABER: nichts ist für ewig. So wie wir die Beamtenverhältnisse mal eingeführt haben, so können sie jederzeit auch wieder abgeschafft werden. Oder der Staat geht pleite. Oder es bricht ein Krieg aus. Nichts ist für ewig. Nichts ist sicher.

Ja, genau, ich höre dich schon schreien: „Jetzt übertreibe mal nicht, Anja. Das ist doch glatter Unsinn.“

Ich bin da anderer Meinung. Schau mal in die Geschichtsbücher. Wann gab es da so lange Zeiten, in den wir so wenige Kriege hatten wie derzeit. Noch nie. Schau dir das Auf und Ab an. Meinst du nicht, das wird sich auch in Zukunft in der einen oder anderen Weise wiederholen? Ich bin mir sicher, dass sich in Zukunft alles massiv verändern wird. Und du wirst daran absolut nichts ändern können.

Also, lebe mit der Unsicherheit. Denn:

Das, was du als unsicher wahrnimmst, ist deine Freiheit.

Freiheit geht immer mit Unsicherheit einher. Wir wollen immer alle frei sei. Die Unsicherheit wollen wir lieber aber nicht. Nur, das funktioniert natürlich nicht. Es gibt keine Freiheit ohne Ungewissheit.

Unsicherheit ist ein ganz wesentlicher Bestandteil deines Lebens.

Nur wenn du als gegeben akzeptierst, wirst du jemals frei werden. Und mutiger!

Und Unsicherheit hat ja auch etwas Positives.

Unsicherheit bedeutet auch Überraschung und Abenteuer. Und das willst du doch auch, oder? 😉

Wie kannst du denn nun mutiger werden?

Indem du dich dazu entscheidest.

Mut ist eine Entscheidung sich zu überwinden.

Dich in ein intensives Leben zu stürzen.

Träume wahr werden zu lassen.

Endlich frei zu leben. Dich  nicht mehr fremdbestimmten zu lassen.

Und das zu machen, wovon du glaubst, dass es dich glücklich macht.

Das ist Mut!

Die amerikanische Psychologin und Autorin Brené Brown schreibt, dass ein mutiges Leben ein Leben aus vollem Herzen ist. Ich kann dem nur zu 100% zustimmen.

Mutig zu sein bedeutet nicht keine Angst zu haben!

Es bedeutet, dass du dich deinen Ängsten stellst.

Und das kannst du trainieren. Du kannst es wie eine Sprache lernen. Oder wie Sport zu machen.Durch ständiges Wiederholen wirst du immer mutiger.

Mit jeder neuen Überwindung trainierst du deinen Mutmuskel.

Ich möchte dich gern dazu auffordern, jetzt gleich etwas zu tun, was dich Überwindung kostet.

Etwas, was nicht leicht für dich ist. Vielleicht einen Anruf tätigen, den du schon lange vor dir herschiebst. Oder endlich deinem Partner zu sagen, was du schon immer mal sagen wolltest.

Es sollte dich herausfordern, aber nicht überfordern. Also, kein Riesending wie eine Kündigung oder eine Trennung sein. Das Wichtigste ist, dass du es sofort umsetzen kannst.

Warte nicht, mache es jetzt sofort. Du wirst dich danach glücklicher fühlen. Versprochen!

Na, und möchtest du jetzt immer noch mutiger werden?

Dann stelle dir selbst mal folgende Fragen und gib dir eine ehrliche Antwort hierauf:

  • Bist du bereit etwas zu riskieren?
  • Bist du bereit Fehler zu machen und zu scheitern?
  • Bist du bereit, dann wieder aufzustehen und es noch mal zu versuchen?
  • Bist du bereit, Grenzen zu überwinden?
  • Bist du bereit, der/diejenige zu werden, der/die du sein willst?
  • Bist du bereit, ehrlich zu sein?
  • Und bist du bereit die Maske abzunehmen und ein Leben aus vollem Herzen zu leben?

Ja? Dann nix wie los. Mache heute noch deinen ersten Schritt.

Und teile es hier mit uns. Was hast du dich heute getraut? Verrate es uns!

Vertrauen lernen: Wie du aufhörst dir und anderen zu misstrauen

  • Würdest du gern dich beruflich verändern, traust dich aber nicht, weil du denkst, dass das eh nicht klappen kann?
  • Glaubst du, du bist nicht gut genug? Hältst du dich selbst für eine/n Blender/in?
  • Denkst du, dass andere Menschen immer nur an sich denken/dass alle Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nur ausbeuten/dass Männer immer nur das „Eine“ wollen/….? Setze hier beliebige Parameter ein. Es geht hier nämlich immer um desgleichen Phänomen des Misstrauens.

Zum Misstrauen gehören sämtliche Formen des Zweifelns, des Selbstzweifels und des „Nicht-genug… -Seins“.

Wenn du dir und anderen misstraust, hast du in der Regel hohe Erwartungen an dich oder andere, die weder du noch andere jemals erreichen werden. Lies dazu auch mal meinen Artikel zum Thema Perfektionismus.

Und wenn du dir selbst nicht vertraust, dann überträgst du das in der Regel auch auf andere Personen. Das bedeutet, dass wenn du selbst nicht glaubst, dass du etwas erreichen kannst oder etwas erfüllst, dann traust du es in der Regel auch anderen nicht zu. Dadurch entsteht ein Kreislauf von permanentem Misstrauen.

Und Misstrauen behindert dich massiv beim Wachsen. Beim Ausprobieren von Neuen. Beim Beziehungen eingehen. Es blockiert dich eigentlich überall.

Wie funktioniert das denn überhaupt mit dem Vertrauen?

In meinen Coachings höre ich immer wieder: „Ja, wie soll ich denn vertrauen, Anja, das kann ich nicht.“

Vertrauen basiert immer auf einer positiven Erwartung. Darauf, dass du den Glauben oder die Überzeugung hast, dass etwas positiv ist oder ausgehen wird. Das bedeutet, es handelt sich um eine aktive Vorschussleistung von dir.

Vertrauen kann auch aus einer Erfahrung heraus entstehen, die du gemacht hast. Wenn z.B. ein Mensch etwas besonders Vertrauenserweckendes tut oder ganz besonders loyal zu dir steht, dann kann das auch Vertrauen entstehen lassen. Und dennoch entscheidest du auch hier, ob du dem folgen möchtest. Das bedeutet, dass auch in diesem Fall eine aktive Vorschussleistung von dir folgen muss, damit bei dir das Gefühl des Vertrauens entstehen kann.

Warum ist Vertrauen überhaupt wichtig?

Vertrauen ist wichtig, um überhaupt loszugehen. Wenn du etwas verändern und wachsen willst, brauchst du Vertrauen.

Vertrauen in dich, dass du das schaffen kannst.

Vertrauen in die Situation, dass sie bis zu einem gewissen Grad überschaubar und kalkulierbar  ist.

Und Vertrauen in andere Menschen, dass sie dir helfen können und du nicht allein bist.

Ohne Vertrauen wirst du keinen einzigen Schritt tun. Und da bleiben, wo du bist.

Vertrauen kann auch Komplexität reduzieren. Einfach, indem wir unser Bestes geben und dann für den ganzen unkontrollierbaren Rest einfach vertrauen, dass es sich schon richten wird. Das ist übrigens sehr hilfreich bei allen komplexen – und was ist schon einfach – Sachverhalten. Immer, wenn wir nicht alles überblicken können, ist Vertrauen das letzte i-Tüpfchen, wenn wir alles gegeben haben.

Und wie kannst denn nun Vertrauen lernen?

Das wird jetzt wahrscheinlich nicht die Antwort, die du dir erwartest und vielleicht erhofft hast.

Vertrauen lernst du, indem du Vertrauen schenkst. 

Da Vertrauen eine Vorschussleistung ist, die du aktiv reingeben musst, ist es deine Entscheidung, ob du das tun willst. Das bedeutet, dass es nichts anderes als eine Entscheidung ist, ob du einer Situation oder einer Person dein Vertrauen schenken möchtest. Du kannst das ganz bewusst aktiv entscheiden. Einfach, indem du dich dazu entschließt.

Klingt so einfach oder? Im Grunde ist es das auch. Und es erfordert dennoch etwas ganz Wesentliches von dir:

Vertrauen erfordert die Bereitschaft zur Verletzlichkeit.

Du musst bereit dazu sein, auch verletzt werden zu können. Wenn du jemanden oder einer Situation vertraust, heißt das, dass es auch negativ für dich ausgehen kann. Also, nicht deinen Erwartungen entsprechend. Wenn du einer Person vertraust, kann sie dich verletzen, indem sie dich betrügt, belügt oder sonstwie enttäuscht. Diese Möglichkeit besteht natürlich immer. Und du gehst immer das Risiko ein, dass genau das auch passieren wird.

Ja, es erfordert Mut von dir, dich verletzlich zu machen.

Dich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Anderen Menschen zu vertrauen, ohne zu wissen, ob sie dich verurteilen, verletzten oder auslachen werden.

Und doch: Ohne den Mut zur Verletzlichkeit bist du nicht in der Lage, tiefe Beziehungen einzugehen, neue Erfahrungen zu machen und ein Leben aus vollem Herzen zu führen. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Daher gibt es gar keine andere Alternative dazu. Oder willst du nicht lieben? Dich nicht verbunden fühlen? Nichts Neues mehr lernen? Wahrscheinlich nicht oder?

Mach dir bewusst, dass wir alle verletzbar sind. Jeder. Wir alle sollten unsere Verletzlichkeit einfach annehmen. Sie ist da. Sie wird nie gehen.

Wenn du nun Vertrauen schenken möchtest, dann ist das wie ein Muskel, den du trainieren kannst.

Es ist eine Gewohnheit. Du erwirbst Vertrauen, indem du Vertrauen schenkst. Je öfter du das machst, desto leichter fällt es dir. Natürlich sollst du deinen Grips nicht ausschalten dabei und nicht blind und naiv jedem Menschen oder jeder Situation dein Vertrauen schenken. Aber je öfter du eine positive Erfahrung machst, dass dein Vertrauen angemessen und gut war, desto einfacher fällt es dir beim nächsten Mal, das Vertrauen zu schenken.

Also, hab Mut und starte noch heute:

  • Wem oder was kannst du heute dein Vertrauen schenken?
  • Wie wäre es, wenn du mit dir selbst beginnst? Wo kannst du selbst dir mehr Vertrauen schenken
  • Wie leicht fällt dir das?

Teile es uns in den Kommentaren mit. Ich freue mich darauf.

Authentisch sein: Befreie dich davon, was andere über dich denken könnten

Bestimmen die – vermeintlichen – Erwartungen der anderen dein Leben?

Hast du das Gefühl, dass du dadurch deine eigenen Interessen immer hinten anstellst?

Um es ein wenig konkreter zu machen, gebe ich mal drei Beispiele, wie das aussehen könnte:

  1. Dein Chef möchte, dass du ihm alles abnimmst und dafür spontan und häufig auch deine Freizeit hinten anstellst? Natürlich erfüllst du ihm diesen Wunsch. Du bleibst bis spät abends, mehrfach in der Woche. Du findest das eigentlich unmöglich, schimpfst und jammerst. Und du tust es trotzdem, weil du glaubst, so sein zu müssen, damit der Chef nicht denkt, du seist faul oder nicht ehrgeizig. Oder einfach, weil du denkst, du müsstest es tun, weil es ja alle machen.
  2. Deine Partnerin bestimmt seit Jahren die Reiseziele, weil sie jeden Tag am Strand liegen möchte, während du eigentlich lieber Mountainbike fahren würdest? Natürlich machst du auch das, denn du willst ja, dass du keinen Stress möchtest. Du verbiegst dich für sie, weil du glaubst, ihre Liebe hängt daran, ob du kompatibel mit ihren Urlaubswünschen bist.
  3. Deine beste Freundin erwartet von dir, dass du Gewehr bei Fuss bei allen ihren Problemen stehst? Auch das rührt natürlich daher, dass du der Freundin nicht sagen möchtest, dass sie dich nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen kann, um mit ihr über ihre Männergeschichten zu sprechen. Du hast Angst davor, ihr zu sagen, dass du auch noch ein Privatleben hast und dass ihre Probleme eure Freundschaft überstrapazieren, weil es nur noch um sie geht.

Wenn du eine von o.g. Situationen gut kennst, dann ist es dir über die Maßen wichtig, was andere von dir denken. Du stellst dann deine eigenen Interessen hintenan und verbiegst dich. Kurz: du bist nicht mehr bei dir selbst und unauthentisch.

Wie kannst du denn gute Kompromisse schließen?

Um es gleich vorweg zu sagen: Natürlich kannst du alles von obigen Situationen mal machen. Das nennt sich dann Kompromiss. Ein Kompromiss ist immer dann gut und auch mal notwendig, wenn du es bewusst machst und steuerst. Wenn es dir nichts ausmacht, diesen Kompromiss zu schließen. Du schließt dann deinen Frieden damit und jammerst oder meckerst hinterher nicht darüber herum. (Auch nicht leise vor dich hin. 😉 )

Ein guter Kompromiss wäre, wenn du deiner Freundin zuliebe in einen Strandurlaub fährst und es auch genießen kannst. Vielleicht nimmst du dir dann zwei Monate später zusammen mit einem Freund eine Woche Auszeit und fährst nach Mallorca zum Moutainbiken. Das ist ein guter Kompromiss, weil jeder zu seinem „Recht“ kommt.

Oder du hilfst dem Chef bei der wichtigen Präsentation und sagst dafür ein Date mit deinem Partner ab. Dafür stellst du aber sicher, dass du in der nächsten Woche einen Abend früher gehen kannst und holst dann dieses Date einfach nach.

Oder du sagst deiner völlig aufgelösten Freundin beim nächsten Mal, sie soll vorbeikommen und hörst ihr dann eine Stunde zu. Dann sagst du ihr, dass du jetzt noch etwas anderes Wichtiges erledigen musst und setzt eine Grenze.

Verstehst du den Unterschied? Wenn du dich anpasst, hinten anstellst, dich verbiegst, dann tust es unfreiwillig. Du findest es selbst blöd und machst es trotzdem. Beim Kompromiss entscheidest du dich ganz bewusst dafür. Du machst dann deinen Frieden damit und setzt gleichzeitig eine Grenze, was geht und was nicht mehr. Das ist selbstbestimmt.

Wie kannst du denn generell authentischer werden?

Schritt 1: Finde heraus, wer du bist und wer du sein willst?

Es bedeutet, dass du erst mal herausfinden musst, wofür du denn eigentlich stehst. Was deine wirklichen Werte sind.

Wer bist du, wenn du dich nicht verstellst, verbiegst, anpasst?

Authentizität kann auch bedeuten, danach zu fragen, wer du sein willst.

Wer möchtest du sein, wenn du wirklich du selbst sein wirst?

Das klingt vielleicht erst mal paradox. Nun, du kannst ja wählen, wer du sein willst. Und das ist dann auch authentisch, auch wenn du es jetzt noch nicht bist. Und es schließt inneres Wachstum mit ein.

Daher stell dir die Frage mal und schreib es auf: Wer willst du sein?

Schritt 2: Selbstakzeptanz

Wenn du authentisch sein möchtest, musst du erst einmal anerkennen, wer du selbst bist.

So einfach, wie sich das anhört, so schwierig kann das in der Praxis sein.

Es heißt, dass du dich selbst annimmst mit all deinen Stärken und Schwächen. Es bedeutet, zu glauben und zu wissen, dass du gut genug bist. Und dass du liebenswert bist, so wie du bist.

Es bedeutet auch, dich verletzlich zu zeigen. Zu zeigen, dass auch du unvollkommen bist, Fehler und vermeintliche Unzulänglichkeiten hast.

Denn wir haben häufig gelernt, nicht gut genug zu sein. Bestimmten Bewertungen zu entsprechen. Immer anders sein zu müssen als wir eigentlich sind. Sich anzupassen. Wenn wir das jetzt ändern und uns und unserer inneren Stimme wieder zuhören und diese anerkennen, kann sich das erst mal wie ein innerer Sturm anfühlen.

Die tobenden Stimmen in dir drin sagen dann vielleicht: „Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?“ „Das kannst du nicht wirklich tun, was sollen die anderen denken.“

Wenn du diese einfach nur wahrnimmst, nicht dagegen ankämpfst und dich genauso akzeptierst, wie du bist, kannst du diese alten erlernten, hinderlichen Glaubenssätze einfach hinter dir lassen. Sie haben ausgedient. Sind nicht mehr wichtig und richtig.

Schritt 3: Trage es auch nach draußen in die Welt

Nachdem du weißt, wer du bist und was du willst und dies auch anerkannt hast, ist es Zeit das auch kundzutun.

Wenn du authentisch bist, bringst du den Mut auf,  auch Grenzen aufzuzeigen. Was mit dir geht und was eben auch nicht. Versuche nicht absichtlich die Gefühle von anderen Menschen zu verletzen und sprich dennoch aus, was dich bewegt und was du fühlst und denkst.

Sei  aufrichtig und vertritt deine Meinung nach außen hin – auch wenn sie nicht populär ist. Du musst nicht immer gegen den Strom schwimmen, aber wenn du eine andere Meinung hast als der Schwarm, dann habe den Mut, diese auch laut auszusprechen. Steh zu deinen Ansichten, mach dich aber auch auf Gegenwehr gefasst. Es ist nicht immer leicht, authentisch zu sein, wenn du weißt, dass deine Echtheit nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird. Es erfordert viel Mut und die Bereitschaft, dich verletzlich zu zeigen. Und du wirst es vielleicht auch mal hassen, etwas gesagt zu haben, was die Gemüter erhitzt hat.

Authentizität ist jedoch die einzige Möglichkeit, uns mit anderen auf einer tiefen Ebene zu verbinden. Die Verletzlichkeit, die du dann zeigen musst, ist das Risiko, was du einfach eingehen musst. Es fühlt sich nicht immer gut an und kann große Ängste hervorrufen, ist aber die einzige Wahl, wenn deine Beziehungen zu anderen wahrhaftig und echt sein sollen.

Wie ist es mit dir? Wo möchtest du deine Grenzen in Zukunft noch stärker setzen? Inwiefern möchtest du gern noch authentischer sein? Teile es uns in den Kommentaren mit.

Wie du deine inneren Blockaden auflösen kannst und in die Veränderung kommst

Was hält dich eigentlich ab loszugehen? Sind es, wie eigentlich fast immer, falsche Glaubenssätze und Überzeugungen? Innere Blockaden?

Diese erlernten Überzeugungen von dir und deiner Umwelt sind die Basis all deiner Handlungen – oder eben auch deiner Nicht-Handlungen. Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Beantworte dir mal die folgenden Fragen:

  • Was hindert dich loszugehen?
  • Wo kommen Ängste hoch?
  • Welche Zweifel plagen dich?
  • Wo verspürst du Druck?
  • Was, glaubst du, darfst du nicht tun?
  • Wo hast du Angst vor der Meinung von anderen?
  • Was geht dir zu deinen Plänen noch alles durch den Kopf?
  • Wo blockierst du dich selbst?
  • Welche negativen, hindernden Denkmuster hast du?

Vielleicht kannst du aber auch deine eigenen hindernden Denkmuster gar nicht alleine erkennen. Das ist ziemlich häufig der Fall. An dieser Stelle ist es besonders hilfreich, wenn du dir Feedback von anderen holst, die dich gut kennen. Denn andere können dich meistens viel klarer von außen sehen als du dich selbst.

Wenn du weißt, was dich hindert loszugehen, können wir beginnen.

Dann kümmern wir uns darum, dass du deine inneren Blockaden hinter dir lässt und sie auflöst. Dazu möchte ich dir erst einmal ein bisschen Input geben, weil es wichtig ist, ein paar Dinge zu verstehen.

Wie ist dein Selbstbild?

Dass, was du von dir selbst und der Welt denkst, deine Grundeinstellung und Überzeugungen, geben dir deine Identität. Und deine Identität entscheidet maßgeblich darüber, ob du deine Ziele erreichst.

Wenn du denkst, dass du dich oder deine Situation nicht verändern kannst, dann ist das deine Identität … und es wird genau das eingetreten.

Wenn du keine Fehler machen willst und denkst, dass du nicht gut genug bist, ist das deine Identität… und du wirst genau das im Außen bestätigt sehen. Andere sind dann einfach besser.

Das, was du von dir selbst denkst, ist dein Selbstbild. Man unterscheidet zwischen einem statischen und  dynamischem Selbstbild.

Wenn du ein statisches Selbstbild hast, sind deine Fähigkeiten vorgegeben und nicht veränderbar. Machst du dann einen Fehler, fühlst du dich schlecht, bist wenig motiviert und reagierst mit Hilflosigkeit oder Wut. Mit einem statischen Selbstbild suchst du Schuldige oder die Umstände als Grund, warum etwas nicht geht, um deinen eigenen Selbstwert nicht zu gefährden.

Mit einem dynamischen Selbstbild dagegen sind Fähigkeiten grundsätzlich veränderbar und entwicklungsfähig. Du suchst dann aktiv Herausforderungen und siehst Fehler als Entwicklungsmöglichkeit. Dadurch steigt natürlich deine Motivation und Leistungsbereitschaft. Außerdem schätzt du dich und deine Möglichkeiten realistisch ein. Und du suchst aktiv die Unterstützung von anderen Menschen, weil du weißt, dass du dann etwas lernen kannst.

Warum ich dir das erzähle? Weil es wichtig ist, dass du ein dynamische Selbstbild entwickelst, wenn du wachsen willst und deine Herausforderungen angehen möchtest.

Wie entwickelst du denn ein dynamisches Selbstbild?

Versuche so oft es geht neue Dinge auszuprobieren. Neue Erfahrungen zu machen. Ganz bewusst. Mit der Einstellung, dass du dabei Fehler machen und lernen wirst.

Und zwar mit einer neuen inneren Haltung aus Neugierde, Vertrauen und Freude an der Erfahrung. Denn dann bist du am lernfähigsten und kannst dich gar nicht selbst blockieren. Frage dich:

  • Was könnte wirklich spannend an der neuen Aufgabe sein? An der Herausforderung?
  • Worauf kannst du dich immer verlassen? Worauf kannst du vertrauen?
  • Worauf könntest du dich bei deiner Lernerfahrung freuen? Was könnte toll sein?

Was ist denn daran anders?

Wenn du mit dieser neuen Haltung an herausfordernde Dinge herangehst, wirst du wahrscheinlich trotzdem Fehler machen, aber du hast eine andere Grundeinstellung, bist nicht überrascht und kannst deine Erfahrungen unter dem Aspekt Lernen verbuchen. Eine ganz andere Haltung. Eine ganz andere Herangehensweise. Und ganz andere Ergebnisse. Und dein Selbstbild entwickelt sich weiter. Bleibt dynamisch.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind deine Ängste.

Wenn du dich von deinen Ängsten beherrschen lässt, wirst du wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen bleiben und überhaupt nichts mehr unternehmen.

Vielleicht kennst du den Spruch „Wo die Angst ist, da ist dein Weg.“? Das meint, dass hinter deinen Ängsten dein größtes Potenzial verborgen ist. Wenn du deine Ängste überwindest, wirst du sehr stark wachsen. Du wirst ein offener, mutiger Mensch, der die Herausforderungen des Lebens anpackt und die Steine aus dem Weg räumt.

Wie kannst du deine Ängste überwinden? 

Tipp 1:

Wenn du im „Angstmodus“ bist, dann fühlst du dich ohnmächtig und klein. Du verkrampfst und alles ist eng. Wenn du da raus möchtest, musst du dich als erstes mal öffnen. Mit der neuen inneren Haltung, die ich oben schon beschrieben habe. Frage ich:

  • Was könnte wirklich interessant sein, wenn du einen neuen Weg einschlägst? Worauf könntest du wirklich neugierig sein? Was könnte Tolles passieren?
  • Worauf kannst du immer vertrauen? Worauf kannst du dich verlassen?
  • Was könntest du lernen, wenn du jetzt den nächsten Schritt machst? Was könnte toll daran sein, wenn du diese Erfahrung machst?

Spürst du den Unterschied, wenn du dich in diese Haltung bringst? Du kannst dich gar nicht mehr blockieren. Ängste haben dann keinen Platz mehr.

Tipp 2:

Ein weitere Möglichkeit zur Überwindung deiner Angst wäre es, dir den Worst Case auszumalen. Frag dich:

  • Was könnte denn schlimmstenfalls passieren?  Wenn dein schlimmster Alptraum eintritt?
  • Auf einer Skala von 0-10 wie schlimm wäre das?
  • Was wäre dann? Könntest du damit umgehen? Würdest du das überleben?
  • Was könntest du dann machen? Wie könntest du aus dieser Situation herauskommen?
  • Wie könntest du sicherstellen, dass du möglichst schnell die Ausgangslage wiederherstellen kannst?
  • Und wie wahrscheinlich ist es, dass der Worst Case überhaupt passiert?
  • Was könntest du alles tun, um den Worst Case zu verhindern? Welchen Einfluss hast du darauf?

Tipp 3:

Und noch eine weitere Strategie zur Überwindung deiner Angst:

  • Was passiert, wenn du anstatt den Fokus auf deine Ängste zu legen, diesen auf deine Lebensqualität legst?
  • Was ändert sich, wenn du nur an deine Lebensqualität denkst, nicht an deine Angst? Was würdest du dann tun?

So, wenn du dir alle Fragen konsequent beantwortet hast, sollten deine Ängste entweder verschwunden oder deutlich geringer geworden sein. Wenn nicht, versuche noch mal alle Fragen durchzugehen. Und fühl dich da rein. Versuche nicht die Fragen mit dem Kopf zu beantworten. Nimm dein Gefühl mit.

Zum Schluss möchte ich dir auf jeden Fall raten, wenn du bei deinen persönlichen Blockaden nicht allein weiterkommst, dass du dir einen Coach zur Unterstützung nimmst. Ein Blick von außen ist hier ganz besonders hilfreich und bringt dich sehr wahrscheinlich viel schneller voran, als wenn du es allein versuchst. Erstens siehst du dich selbst immer in einem anderen Licht als andere und zweitens kannst du dies häufig allein nicht oder nicht so schnell auflösen.

Wie ist es bei dir? Was hält dich zurück? Und was hat dir geholfen endlich loszugehen? Teile es doch hier mit uns im Blog.

Befreie dich vom Perfektionismus

Ich erlebe es immer wieder, dass viele Menschen mit einem Anflug von Stolz von sich sagen, sie seien Perfektionisten. Es ist fast schon ein Statussymbol zu sagen: „ich bin Perfektionist“. Es klingt so etwas wie Ehrgeiz, Strebsamkeit und Zielorientierung mit. Perfektionisten wollen uns mitteilen: „Schau mal, ich opfere mich für die Sache auf und bringe es zu einem perfekten Ende ohne Fehler. Bin ich nicht super?!“

Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Es ist absolut nicht das Gleiche, ob du bestrebt bist, deine Sache gut zu machen und dein Bestes geben möchtest oder ob du dem Perfektionismus verfallen bist. Wenn du bestrebt bist dein Bestes zu geben, bist du in dir gefestigt und stellst deinen Wert nicht in Frage. Du verbindest deinen eigenen Wert nicht mit deinen Leistungen oder deinem Erscheinungsbild, sondern weißt dann, dass du auch so gut genug bist, um geliebt oder anerkannt zu werden.

Perfektionismus hingegen sucht nach Bestätigung durch andere.

Perfektionisten glauben, sie müssten perfekt sein, um anerkannt, respektiert oder geliebt zu werden. Sie denken, dass wenn sie erst gut/schön/intelligent/fleißig/…. genug sind, dann werden sie all das bekommen. Die Denkart, die dahinter steht, ist „was werden die anderen von mir denken?“

Perfektionismus ist gefährlich, denn er ist eine Illusion.

Du bist niemals perfekt, egal wie sehr du dich anstrengst oder wie toll du aussiehst. Es gibt immer etwas, das du noch verbessern kannst oder andere Menschen, die noch hübscher/sportlicher/schlanker… sind. Perfektion ist schlichtweg unerreichbar. Kommt dann jemand und kritisiert deine Leistung, geht es gleich an deinen Selbstwert ran. Du stellst dich sofort in Frage. Dass das nicht gut ist, brauche ich nicht zu betonen, oder? 😉

Du versuchst, schmerzhafte Gefühle zu vermeiden, indem du dir die Anerkennung sehnst und hoffst nicht kritisiert zu werden. Und erreichst damit genau das Gegenteil. Denn das, was andere über dich denken, kannst du ohnehin nicht kontrollieren – egal wie sehr du dich anstrengst. Es ist nicht möglich. Perfektionismus ist damit ein selbstzerstörerischer Gedanke.

Und es ist ein Kreislauf. Wenn du die gewünschte Anerkennung nicht bekommst, denkst du, es liegt an dir. Du verdoppelst die Anstrengungen und hoffst, dass du am Ende dann doch noch die Akzeptanz erfährst, die du dir so sehr wünscht. Du fliehst förmlich vor den schmerzhaften Gefühlen wie Scham, Verurteilung durch dich selbst und andere oder auch Schuldzuweisungen.

Warum bezeichnen sich dann so viele Menschen überhaupt als Perfektionisten?

Weil wir es so gelernt haben. Unser ganzes System funktioniert über Leistungen. Wir sind so erzogen worden, dass wir Lob für gute Schulnoten bekommen haben, bei Erfolgen im Sport, für unser Aussehen oder auch, wenn „artig“ gewesen sind. Immer wenn wir etwas erreicht hatten, bekamen wir jede Menge Anerkennung. Dies führt bei vielen Menschen zu dem Glauben, dass wenn ich etwas erreiche und eine perfekte Leistung bringe, bin ich gut genug.

Untersuchungen haben übrigens auch gezeigt, dass Perfektionismus den Erfolg eher erschwert als dass er ihn fördert. Das klingt vielleicht paradox, weil du ja bestrebt bist dein Bestes zu geben. Allerdings bist du dann eben auch häufig mit anderen Meinungen beschäftigt. Das führt häufig zu Angstgefühlen und manchmal auch zu Depressionen. Perfektionisten sind eher „Angsthasen“, weil sie sich, aus Angst Fehler zu machen, gar nichts mehr zutrauen, was aus der Komfortzone rausführt. Dass das mit Erfolg nicht gut zu vereinen ist, ist ja klar.

Wie komme ich denn aus der Perfektionismus Falle raus?

  1. Lege den Fokus wieder auf dich. 

Zuerst einmal ist es wichtig, dass du dich wieder auf dich konzentrierst. Mache deine Leistung oder dein Aussehen nicht abhängig von der Meinung von anderen. Besinne dich nur auf dich selbst.

  • Was fühlt sich für dich gut an?
  • Wie kannst du es für dich so gestalten, dass du damit zufrieden bist?
  • Was sind die Minimalleistungen, die andere von dir erwarten?
  • Wie kannst du die Vorgaben von anderen mit deinen eigenen Zielen so vereinen, dass du eine eigene Messlatte hast, die erreichbar ist und sich gut anfühlt?

Ich höre dich schon schreien. Ja, Anja, du hast gut reden. Wie soll ich das machen, wenn mir mein Chef sagt, ich muss 10 Mio. Umsatz im Jahr schaffen, wobei ich genau weiß, dass nur 9 Mio. realistisch sind. Die Vorgaben sind dann ja trotzdem da.

Ja, das kann unangenehm sein, wenn vom Chef unrealistische Erwartungen vorgegeben werden. Das kannst du natürlich nicht ändern. Ändern kannst du aber deinen Umgang damit. Es macht für dich eine Riesen Unterschied, ob du das annimmst und es dir als Ziel zu eigen machst und dich dann daran messen lässt. Oder ob du sagst: „Ok, ich sehe, dass 10 Mio. mit großer Wahrscheinlichkeit nicht möglich sind. Ich gebe einfach mein Bestes, versuche neue Kunden zu akquirieren und bin auch zufrieden, wenn ich nur 9 Mio. Umsatz mache. Das ist eine gute, gesunde Leistung. Ich lege nicht meinen eigenen Selbstwert in die Hand meines Chefs.“  Spürst du, welchen Unterschied das gefühlt macht?

2. Sei freundlich mit dir selbst.

Mit Sicherheit kennst du auch die Selbstgespräche á la „Du bist zu faul/zu blöd/zu fett/zu häßlich/zu wenig kommunikativ….“ Setze hier ein, was du möchtest.

Sei mal ganz ehrlich zu dir selbst: Würdest du jemals einer Freundin oder einem Freund gegenüber so etwas äußern? Wärest du in der Lage, einem geliebten Menschen dies ins Gesicht zu sagen? Wahrscheinlich nicht oder? Warum tust es dann mit dir selbst? Diese Form von Selbstgesprächen schadet dir so ungeheuer, dass ich dich bitte, sofort damit aufzuhören. Stoppe es. Sofort. Jetzt. Hier. Heute. Sei freundlich mit dir selbst und behandle dich genauso wie du eine gute Freundin behandeln würdest. Warmherzig, mit Respekt und verständnisvoll.

3. Fehler sind menschlich.

Akzeptiere, dass niemand vollkommen ist. Auch du nicht. Es gehört dazu, Fehler im Leben zu machen. Damit bist du absolut nicht allein. Versuche nicht deine Fehler zu vertuschen, sondern nimm sie als Möglichkeit zu lernen und zu wachsen an.

Wenn du dir eigene, gesunde Maßstäbe setzt, bist du auch nicht mehr von der Kritik von anderen abhängig, sondern kannst selbst für dich analysieren, was du beim nächsten Mal vielleicht verbessern kannst – oder auch nicht.

4. Akzeptiere negative Gefühle als Teil des Lebens

Wir alle wollen möglichst nur positive Gefühle zulassen. Wollen uns nicht schlecht fühlen, kritisiert fühlen, uns schämen und Schuld an etwas haben. Das ist nur natürlich. Keiner mag das gern. Aber weißt du was? Du kannst diese Gefühle nicht vermeiden. Sie sind Teil von uns selbst. Du kannst es versuchen zu ignorieren und dann passiert das genaue Gegenteil von dem, was du möchtest. Die negativen Gefühle nehmen zu. Oder du kannst diesen negativen Gefühlen achtsam begegnen und sie wahrnehmen. Und nun kommt etwas sehr Wichtiges: Identifiziere dich nicht mit den negativen Gedanken und verfange dich nicht darin, sondern nimm sie einfach wahr. Und dann übe dich in Freundlichkeit und Menschlichkeit dir selbst gegenüber.

Es ist ein dauerhafter Prozess

Ich glaube nicht, dass wir einfach den Schalter umlegen können und von jetzt gar kein Thema mehr mit Perfektionismus haben werden. Ich denke eher, dass es dauerhafter Prozess ist und dass wir immer wieder an unsere Grenzen stoßen werden.

Wenn du das weißt, ist es nicht schlimm, wenn du mal einen „Rückfall“ hast und dir wieder viel zu hohe Ziele gesetzt hast, um andere zu beeindrucken und dir Anerkennung zu verdienen. Nimm es einfach hin und mach einfach weiter.

Du weißt ja: Nobody is perfect…

Schneller entscheiden: wie das geht und wie du dich auch noch besser dabei fühlst

Möchtest du dich auch schneller entscheiden? Schiebst du Entscheidungen vor dir her? Vielleicht der längst fällige Jobwechsel? Die Anlagestrategie für deine Altersvorsorge, die immer noch auf sich wartet? Wolltest du deinem Partner schon lange sagen, dass du dir Kinder wünscht? Oder brauchst du eine halbe Stunde, um dich zwischen Pizza Funghi und Tortellini mit Käse-Sahne-Soße zu entscheiden? (Letzteres war natürlich ein Spaß, wobei auch dies ist natürlich ziemlich nervig und stiehlt dir Zeit, die du mit Sicherheit besser verbringen kannst).

Nichts ist so zermürbend wie aufgeschobene, überfällige Entscheidungen. Es raubt dir Kraft, Energie und kostbare Lebenszeit.

Ich möchte dir zwei ganz einfache Tipps an die Hand geben, wie du zukünftig schnellere und gleichzeitig bessere Entscheidungen treffen kannst.

1. Schneller entscheiden – Die Münz-Strategie:

Nimm eine beliebige Münze. Lege fest, welche Seite der Münze für welche Entscheidung steht. Beispiel: die Kopfseite steht für Pizza Fungi, Zahl für Tortellini mit Käse-Sahne-Soße. Jetzt wirf die Münze hoch und schau auf welcher Seite sie landet. Die Wahl ist getroffen: Kopf gewinnt – Pizza Funghi.

Und jetzt gilt es genau hinzuhören und hinzuspüren:

  • Wie fühlt sich das an? Ist das die richtige Wahl?
  • Oder bist du enttäuscht? Hättest du lieber Tortellini mit Käse-Sahne-Soße gehabt?

Das ist dein Bauchgefühl, deine Intuition, deine innere Stimme, dein Herz, das sich jetzt meldet.  Nenn es wie du willst. Aber hör darauf. Schiebe das nicht beiseite. Denn das ist das, was von innen heraus kommt und dein wahres Ich ist.

Natürlich setzt das voraus, dass du deine Emotionen in Form von Körpersignalen überhaupt wahrnehmen kannst. Dazu habe ich einen anderen Blogartikel geschrieben. Schau mal hier

Ok Anja, Bauchgefühl, Intuition, innere Stimme – alles schön und gut, aber mein Verstand sagt mir etwas anderes. Und außerdem bin ich ein totaler Kopfmensch.

Ich meine auch nicht, dass du deinen Verstand ausschalten sollst. Im Gegenteil. Wenn dein Verstand laut dagegen schreit, dann höre auch da hin. Und versuche ihn mit einzubinden. Frag dich:

  • Was will er dir sagen? Wovor warnt er dich?
  • Welche Ängste kommen hoch?
  • Stellt die neue Situation dann eine echte Gefahr dar?
  • Und wie wahrscheinlich ist es, dass genau das, also der Worst Case, eintritt?
  • Oder halten dich deine Ängste nur vom Wachsen ab?

Meistens relativieren sich deine Zweifel, Ängste und Sorgen ganz schnell, wenn du dir diese Fragen stellst. Und wenn es sich nur um einen „Wachstumshemmer“ handelt, dann solltest du gerade diesen Weg gehen. Denn wo die Angst ist, da ist dein Weg und dein größtes Wachstumspotenzial.

Fazit: „Zerdenke“ die Entscheidung nicht und mach keine langen Pro- und Contra Listen. Wirf die Münze und achte auf dein Gefühl. Und dann wäge kurz ab, ob der Verstand noch etwas Wichtiges beizutragen hat. Wenn nicht, entscheide dich. Dein Bauchgefühl ist viel schneller als dein Verstand und nimmt auch Dinge wahr, die du mit deinem Verstand gar nicht erfassen kannst.

2. Schneller entscheiden – Die Samurai-Strategie:

Die zweite Methode stammt von den Samurai, die eine schnelle Entscheidung praktizieren. Laut der Samurai sollte eine Entscheidung nie länger als 7 Atemzüge dauern. Egal, um welche Art von Entscheidung es sich handelt. Und das funktioniert so:

Sie unterscheiden erst mal zwischen leichten und schweren Entscheidungen – eigentlich ganz logisch.

Bei einer leichten Entscheidung liegen die Vorteile ganz klar auf der Hand und sie dauert ohnehin meistens nur einen Atemzug. Wenn es regnet, überlege ich nicht lange, ob ich zu Fuß laufe oder lieber das Auto nehme.

Bei einer schweren Entscheidung hingegen sind die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Optionen ungefähr gleich stark. Es gibt weder ein klares Für noch ein klares Wider. Das macht die Entscheidung ja auch so schwer. Beispiele sind: Soll ich meinen Partner verlassen? Soll ich meinen Job wirklich zugunsten eines eigenen Cafés aufgeben?

Hier überwiegen eben nicht die Vor- oder Nachteile einer Alternative. Daher ist es, laut der Samurai, auch egal, ob du Variante 1 oder 2 wählst, denn die negativen und positiven Auswirkungen halten sich in etwa die Waage.

Und deshalb gilt:

Je schwieriger die Entscheidung, desto leichter ist sie in Wirklichkeit.

Weil es praktisch egal ist, wie du dich entscheidest. Denn alles ist besser als sich nicht zu entscheiden und in einer Dauerschleife von Selbstzweifeln und Hadern zu sein.

Klingt das logisch für dich?

Für mich schon. Es ist natürlich total ungewohnt. Und daher vielleicht auch ein bisschen verrückt für unsere westliche Denkweise. Aber es macht schon Sinn.

Wie sieht es mit dir aus? Schiebst du auch eine Entscheidung schon ganz lange auf? Drehst du immer im Kreis? Haderst und zweifelst du?

Dann versuch’s doch mal mit einem von den obigen Tipps. Und schau mal ganz neugierig und offen, was das mit dir macht. Welches Gefühl stellt sich dann bei dir ein? Verrätst du es mir? Ich bin total gespannt, welche Erfahrungen du damit machst.

 

Erste Schritte in die Selbstständigkeit: welche Fragen solltest du dir stellen?

Hast du dich schon entschieden, dich selbstständig zu machen? Und jetzt fragst du dich, wie du da am besten rangehst und was es alles zu beachten gibt? Erste Schritte in die Selbstständigkeit sind häufig nicht leicht und werfen viele Fragen auf.

Ich gebe dir einen Einblick, worüber du dir Gedanken machen solltest.

Achtung: Ich betone, dass ich weder Steuerberaterin noch Anwältin bin und diese Auskünfte hier ohne Gewähr sind. Rechtsfragen solltest du immer mit einem Experten abklären. Außerdem gehe ich zunächst davon aus, dass du dich in Deutschland selbstständig machen möchtest und du erst mal keine Angestellten hast. Im letzteren Fall kommen weitere Schritte auf dich zu wie Anmeldung deiner Mitarbeiter bei den Krankenkassen, bei der Agentur für Arbeit für eine Betriebsnummer… Damit werde ich mich hier jetzt nicht beschäftigen. Hier geht es darum, dich für verschiedene Dinge einfach mal zu sensibilisieren.

Scheinselbstständigkeit

Ein super heikles Thema ist das Thema der Scheinselbstständigkeit. Bevor du irgendetwas anderes klärst, kläre dieses Thema.

Wenn du als Freelancer überwiegend nur für einen Auftraggeber arbeitest, kann das Finanzamt annehmen, dass du scheinselbstständig bist.

Scheinselbstständigkeit bedeutet, dass du eigentlich die Eigenschaften eines Angestellten erfüllst und damit deine Selbstständigkeit nichtig ist. Das hat ziemlich doofe Konsequenzen. Die Kassen kommen dann und fordern die sozialversicherungspflichtigen Anteile eines Angestellten nach. Ziemlich ungemütlich. Daher solltest du das Thema unbedingt für dich klären. Nimm dir am besten dafür auch einen Experten wie einen guten darauf spezialisierten Anwalt, wenn du siehst, dass diese Kriterien auf dich zutreffen.

Eigentlich gibt es nur zwei Wege daraus: 1. Du suchst dir mehrere Auftraggeber. 2. Du fragst den Hauptauftraggeber nach einem Angestelltenvertrag. Letzteres kommt für viele Auftraggeber nicht in Frage, so dass es dann nur den esten Weg gibt.

Gewerbe Anmeldung ja oder nein?

Eine wichtige Frage, mit der sich viele Menschen am Anfang Ihrer Selbstständigkeit rumplagen, ist die nach der Gewerblichkeit oder Freiberuflichkeit. Was meine ich damit?

Es gibt verschiedene Berufe, die du freiberuflich ausüben kannst. Dazu gehören z.B. die lehrenden Berufe wie Lehrer und Trainer, die beratenden Berufe wie Anwälte und Steuerberater, Ärzte, Künstler und einige mehr. Du brauchst dazu meistens eine bestimmte berufliche Qualifikation.

Ob du zu den Freien Berufen gehörst, kannst du unter anderem hier checken. Im Zweifel fragst du am besten einen guten Steuerberater, der sich mit dieser Fragestellung gut auskennt. Das kann leider nicht jeder Berater. Check das am besten mal im Internet, welche Anwälte sich darauf spezialisiert haben.

Es lohnt sich, für die Anerkennung als Freiberufler ein bisschen Aufwand zu betreiben, denn du hast dann ganz klar den Vorteil, dass du keine Gewerbesteuer zahlst, sondern nur Einkommenssteuer. Ein klarer finanzieller Vorteil.

Wenn du nicht unter die Freiberufler fällst, musst du zum Finanzamt an deinem Wohnort gehen und dort dein Gewerbe anmelden. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Es ist ein einfaches Formular und schnell gemacht. Du kannst dies auch noch im Nachhinein machen, allerdings solltest du nicht zu lange warten dabei. Bis ca. 3 Monate ist es noch in Ordnung. Wenn du es zu lange schleifen lässt, riskierst du ein Bußgeld. Meistens sind die Beamten im Finanzamt sehr freundlich und bei deiner Gewerbeanmeldung auch behilflich.

Finanzamt Anmeldung

Unabhängig davon, ob du gewerblich oder freiberuflich unterwegs sein wirst, musst du dir natürlich eine Steuernummer besorgen. Du kannst nicht deine persönliche Einkommenssteuer ID einfach dafür nehmen. Die Steuernummer bzw. die Umsatzsteuer-Nummer muss bereits auf die Rechnung, die du stellst, rauf. Das ist Pflicht.

Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist (siehe weiter unten) bekommst du vom Finanzamt auch die Umsatzsteuer-ID.

Krankenkasse – privat oder gesetzlich:

Wenn du selbstständig bist, musst du dich selbst Krankenversichern. Es gibt eine Ausnahme: Du bist noch irgendwo angestellt und erwirtschaftest den überwiegenden Teil aus der Anstellung und arbeitest hauptberuflich im Angestelltenjob. Die genauen Vorgaben klärst du am besten mit einer Krankenkasse deines Vertrauens. Ich gehe aber mal davon aus, dass du von Anfang an Beiträge bezahlen musst.

Die erste Frage ist, dass du die Wahl zwischen privater und freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung hast.

Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ist häufig in jungen Jahren teurer als die private, es sei denn du hast viele Wehwehchen. Je älter du wirst, desto teurer wird die private Krankenversicherung allerdings und ab 55 Jahren kannst du dann nicht mehr zurück in die gesetzliche Versicherung. Das solltest du bedenken bei der Wahl der Kasse. Und wenn du dich für die private Kasse entscheidest, solltest du von Anfang an Rücklagen für die späteren höheren Beiträge bilden. Sonst kommst du unter Umständen später mal in Schwierigkeiten, wenn die Beiträge im Alter sehr hoch sind.

Bei der gesetzlichen Kasse werden die Beiträge prozentual nach deinem Gewinn berechnet. Dabei musst du am Anfang deinen Gewinn schätzen. Um dich nicht finanziell zu überfordern, macht es natürlich unter Umständen Sinn, dass du nur den Mindestbeitrag zahlst. Dieser liegt derzeit bei rund 350 Euro. Allerdings solltest du dann Geld beiseite legen, wenn du deutlich über deinen geschätzten Gewinn liegst, denn die Krankenkasse kommt am Ende des Jahres und möchte dein Einkommen wissen. Und dann zahlst du nach. Wenn du nicht genügend Geld beiseite gelegt hast, ziemlich unangenehm.

Umsatzsteuerpflicht ja oder nein?

Wenn du ein Unternehmen hast, bist du erst mal grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig.

Du kannst dich allerdings auch von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, wenn du unter dem Jahreseinkommen von 17.500 Euro bleibst. Dies ist am Anfang zu schätzen und nennt sich Kleinunternehmer-Regelung.

Das hat den Vorteil, dass du keine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt schicken musst, was ein nicht unerheblicher Aufwand ist und ein Mindestmaß an Wissen erfordert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass deine Leistungen für Privatkunden günstiger werden, da du die 19% bzw. 7% nicht auf deine Preise aufschlagen musst.

Der Nachteil der Kleinunternehmer-Regelung ist, dass jeder weiß, dass du nicht mehr als 17.500 Euros im Jahr verdienst. Dies ist natürlich nicht gerade förderlich für die Reputation und schreckt den einen oder anderen ab, wenn es um ein „Vertrauens-Business“ und Expertentum geht.

Ein weiterer Nachteil ist, dass du die Umsatzsteuer, die du auf Leistungen von anderen Unternehmen zahlst, nicht mit der Umsatzsteuer, die du deinen Kunden berechnest, verrechnen kannst.

Also, auch bei diesem Punkt solltest du sorgsam abwägen, ob du das willst oder ob es nicht mehr Vorteile bringt, die Umsatzsteuer abzuführen.

Rentenversicherungspflicht ja oder nein?

Unter Umständen bist du  in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Es gibt bestimmte Berufsgruppen bei Selbstständigen, die hierzu verpflichtet werden wie z.B. Lehrer. Ob du dazu gehörst, solltest du unbedingt von Anfang an klären. Am besten du kontaktierst hierzu zunächst einmal die Deutsche Rentenversicherung.

Welche Unternehmensform?

Die Wahl der Unternehmensform ist in erster Linie wichtig für folgende Dinge:

  1. die Einfachheit und Kosten in der Gründungsphase
  2. deine unternehmerischen Freiheiten
  3. deine persönliche Haftung
  4. die Anzahl der beteiligten Personen
  5. die Buchführungspflichten

Die einfachste Form ist das Einzelunternehmen bzw. der Einzelkaufmann. In diesem Fall bist du nur allein und haftest mit deinem privaten Vermögen. Diese Form hat immer dann Vorteile, wenn du keine großen Risiken zu verantworten hast. Sie ist das am einfachsten zu gründende Unternehmen und braucht weder ein Einstiegskapital noch einen Anwalt, der die Unternehmensform bestätigt.

Wenn du zu zweit bist, könnte die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die richtige Unternehmensform sein. Dies ist das Pendant zum Einzelkaufmann, bei dem du und dein Partner gemeinschaftlich persönlich haftet.

Wenn du hingegen hohe Haftungsrisiken hast, solltest du dich mit der Unternehmensform einer Kapitalgesellschaft auseinandersetzen. Das könnte z.B. die Gründung einer GmbH sein. Dies geht alleine oder mit mehreren Gesellschaftern. Hier haftest du in der Regel nur mit deiner Einlage, d.h. mit den 25.000 Euro Stammkapital. Die Einlage musst du bei der Gründung zur Hälfte eingezahlt haben. Die Nachteile einer GmbH Gründung sind die Kosten und Formalitäten, die zu beachten sind.

Eine einfachere Variante zur GmbH ist die Unternehmergesellschaft (UG). Hier sind die Gründungskosten deutlich geringer. Auch mit der UG haftest haftest du nicht mit deinem Privatvermögen. Der Nachteil ist die geringere Reputation.

Dann gibt es noch die OHG (Offene Handelsgesellschaft). Mit zwei oder mehr Personen in dieser Personengesellschaft haftest du mit deinem gesamten privaten Vermögen. Dafür sind die Gründungskosten niedrig und Prozedere ziemlich einfach.

Die Kommanditgesellschaft (KG) funktioniert ähnlich wie die OHG (zwei oder mehr Gesellschafter, Personengesellschaft), jedoch haftet mindestens ein Gesellschafter voll und einer beschränkt.

Dann gibt es noch Mischformen (GmbH & Co. KG) oder auch ausländische Unternehmensformen (z.B. die englische Limited).

Am besten du informierst dich hierüber ausführlich, denn jede Unternehmensform hat ihre Tücken und Vorteile.

IHK oder Handwerkskammer

Wenn du Gewerbetreibender bist, ist die Anmeldung in einer Kammer verpflichtend. Es werden dann Jahresgebühren für deine Mitgliedschaft fällig, um die du nicht drum herum kommst. Diese sind allerdings nicht besonders hoch. Du profitierst natürlich auch davon, denn in den Kammern werden häufig Beratungen, Versammlungen oder spezielle Fortbildungen angeboten.

Berufsgenossenschaft

Zu guter Letzt musst du dich unter bestimmten Voraussetzungen bei der für dich zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Am besten du schaust im Internet mal, unter welche Berufsgenossenschaft du fallen würdest mit deinem Business und erfragst unter dort, unter welchen Bedingungen du ggf. versicherungspflichtig bist.

Überblick – mehr nicht…

So, das war ein Überblick der ersten Fragen, die du dir stellen solltest. Bei allen Punkten solltest unbedingt tiefer einsteigen, als ich es hier beschrieben habe. Dies soll dir nur einen ersten Überblick über die wichtigen Fragen geben, die du dir auf jeden Fall stellen solltest.