Fremdbestimmt

Fremdbestimmt im Angestelltenjob: 5 Dinge, die du dagegen unternehmen kannst

  • Bist du angestellt und fühlst dich völlig fremdbestimmt?
  • Findest du deinen Chef absolut ätzend und völlig unfähig?
  • Diktieren Termine und Vorgaben deinen Alltag?
  • Fragst du dich häufig, warum zum Teufel du eine Aufgaben eigentlich erledigen sollst, in der du überhaupt keinen Sinn siehst?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Natürlich gibt es viele tolle Angestelltenverhältnisse, in denen ganz vieles richtig gut funktioniert. Aber im Angestelltenverhältnis ist es häufiger vorbestimmt, welche Aufgaben du wie, in welcher Reihenfolge und zu wann erledigen muss.

Das kann Druck machen und in ein Hamsterrad führen, aus dem du kein Entkommen mehr siehst. Das fühlt sich dann an, als würde dein Leben nicht (mehr) deins sein. Wenn du es nicht schaffst, dies auf Dauer für dich zu ändern, kann dieser Zustand  direkt in den Burn-out führen.

(ACHTUNG: Für den Fall, dass du bereits im Burn-out drin bist, werden dir meine Tipps hier nicht mehr weiterhelfen. In diesem Fall brauchst du fachliche Unterstützung z.B. in Form eines Therapeuten.)

Wenn du das hier liest, wirst du dich wahrscheinlich angesprochen fühlen und denken: Ja, genau Anja, genauso fühle ich mich:

Fremdbestimmt wie eine Marionette.

Würdest du selbstständig arbeiten, würden wir hier vermutlich über die Menge der Arbeit sprechen, nicht aber von fremdbestimmter Arbeit, die du dir nicht aussuchen kannst und auch weniger von der Sinnfrage, denn das kannst du als Selbstständiger viel leichter selbst bestimmen. Natürlich kann es dir auch in der Selbstständigkeit passieren, dass dir deine Kunden etwas vorgeben und du dich dadurch fremdbestimmt fühlst.Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch deutlich geringer als im Angestelltenleben.

Ich könnte dir jetzt ganz einfach raten, dich selbstständig zu machen und damit alle deine Probleme vom Tisch zu wischen. Nur: So einfach ist es dann leider auch nicht. Erstens wollen viele Menschen gar nicht in die Selbstständigkeit gehen. Und zweitens hat das, was sich so schlecht anfühlt, immer mit dir selbst zu tun und nicht in erster Linie mit den äußeren Umständen.

Wie jetzt Anja? Du willst mir sagen, dass der doofe Chef, die viele Arbeit und der Druck und das ständige Gefühl nicht genug zu machen, etwas mit mir zu tun haben?

Ja, ich weiß, das tut weh. Aber genau so ist. Es geht um deine eigenen Überzeugungen. Um das, was du von dir selbst, von deinem Chef, von deinen Kollegen und Kunden, von der Arbeit an sich und im allgemeinen auch von der Welt so glaubst.

Ok, ganz von vorn:

Es gibt tatsächlich objektiv eine zunehmende Komplexität und Schnelligkeit

Das, was du an Komplexität und Schnelligkeit wahrnimmst, ist tatsächlich objektiv unser aller Realität geworden. Wir müssen immer mehr in immer weniger Zeit bewältigen.Die meisten von uns zumindest. Dies sind aber nur die äußeren Umstände. Der äußere – scheinbare – Druck, der an dich herangetragen wird. Ich sage scheinbar, weil es entscheidend ist, was du mit dem Druck machst, der von außen an dich herangetragen wird. Nimmst du ihn an? Machst du ihn zu deinem inneren Druck?

Die entscheidende Frage ist doch: Warum können viele Menschen gut damit umgehen, manche Menschen brechen unter der Last zusammen und ein paar wenige laufen unter Stress zur Hochform auf? Warum ist das so? Nun, das hat natürlich etwas damit zu tun, welche innere Haltung wir haben.

Was glaubst du, bestimmt deine Realität?

Natürlich deine eigenen Gedanken. Das, was du über die Dinge denkst. Das ist deine ganz eigene Realität. Sie ist nicht objektiv, sondern eingefärbt von deinen eigenen Überzeugungen. Wenn du denkst, dass dein Chef ein „blödes  Arschl….“ ist, dann ist das nur deine eigene Realität. Sie ist nicht objektiv und real, sondern von dir selbst gemacht. Sie kann, sie muss aber nicht mit der Realität deiner Kollegin übereinstimmen. In anderen Worten ausgedrückt heißt das:

Du machst deine eigene Realität selbst. 

Das ist so zentral wichtig zu erkennen. Denn wenn wir uns eine negative Realität erschaffen können, geht das logischerweise auch anders herum. Wir können unsere Welt in einem anderem Licht erschaffen.

Und Achtung: Ich rede hier nicht von „Chakka-jetzt-sind-wir-alle-happy-Gelaber“. Wenn du dir einredest, dass dein Chef der tollste Chef überhaupt ist und dass der Job super ist, glaubst du dir selbst nicht und damit wird das unwirksam. Das bringt überhaupt nichts.  Es geht weder darum, alles rosarot zu sehen, noch es pechschwarz zu malen.

OK, lass uns doch mal am konkreten Beispiel arbeiten. Nehmen wir an, du hast einen Chef, der einfach, sagen wir mal „schwierig“ ist. Er kommuniziert von oben herab, ist oft ungehalten und macht dir ordentlich Druck. Bis hierhin ist es eine objektive Beschreibung dessen, was du wahrnimmst.

Und jetzt passiert der interessante Teil, denn jetzt kommst deine eigene Bewertung dazu. Und die sieht wahrscheinlich irgendwie so aus: „Was für ein Arschl…. Wer denkt der eigentlich, wer er ist. Soll er doch seinen Schei…. allein machen. Bis nächste Woche soll das fertig sein, pfffff. Der hat sie doch nicht mehr alle. Ich lasse mich krank schreiben….“ Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Nun, es ist völlig frei erfunden, aber so oder so ähnlich laufen häufig die Dialoge in unserem Kopf ab.

Die Konsequenz: du fühlst dich schlecht. Fremdbestimmt. Unter Druck. Ausgenutzt. Und so weiter und so fort…. Setzte hier beliebige Adjektive ein.

Wie kann ich das denn besser machen, Anja?

5 Tipps, wie du auch im Angestelltenverhältnis mehr Selbstbestimmung erfährst:

Tipp #1 – Akzeptanz:

Als erstes wäre erst mal wichtig, die Dinge wahrzunehmen und anzunehmen – bewertungsfrei.

  • Du hast terminlichen Druck? Ja, so ist es. Das ist ein Fakt. Punkt. Nicht zu ändern.
  • Dein Chef kommuniziert mit dir von oben herab? Ja, nicht schön, aber auch das ist erst mal so. Du wirst deinen Chef nicht ändern.
  • Du hast viel zu viel auf dem Zettel? Geschenkt. Eine Tatsache.
  • Das Management wertschätzt deine Arbeit nicht und hat keine Ahnung von deinem Tagesgeschäft? Ja, auch das ist gängig in vielen Unternehmen. Fakt!

Wenn du dies erst mal annimmst, wie es jetzt gerade ist, dann lässt du los und kämpfst nicht mehr gegen an. Was sofort passiert, ist, dass der Druck nachlässt. Die Situation ist immer noch wie sie grad ist und es fühlt sich immer noch nicht gut an, der Druck lässt jedoch erst mal nach. Mit der Akzeptanz hältst du das Ruder erst mal wieder selbst in der Hand, weil du nicht mehr andere Menschen oder Situationen dein Leben diktieren lässt. Du entscheidest selbstbestimmt, wer oder was dich wirklich belastet.

  • Du entscheidest selbst, ob dich jemand beleidigen darf oder nicht.
  • Du entscheidest selbst, ob dich die Situation runterzieht oder nicht.
  • Du entscheidest selbst, ob du den Druck annehmen möchtest oder nicht.
  • Und du entscheidest selbst, ob du dich fremdbestimmt fühlen möchtest oder nicht.

Allein durch die Akzeptanz der Situation. Das macht unglaublich viel aus. Das macht frei. Probiere es aus!

Tipp #2 – Gestaltungsspielraum:

Wie kannst du jetzt mehr Gestaltungsspielraum bekommen? Tausche dafür die Rolle mit der deines Chefs. Und dann stelle dir folgende Fragen:

  • Was würdest du sofort verändern und warum? Was ist damit gewonnen?
  • Welche deiner Aufgaben könnte jemand anderes übernehmen, weil es sinnvoller wäre?
  • Wie könnte man deine Arbeit effizienter gestalten? Was braucht es dazu?
  • Was würdest du an deinem Umfeld ändern?
  • Was könntest du nach Rücksprache mit deinem Chef verändern?
  • Was kannst du dazu beitragen, dass die Umsetzung gelingen kann?
  • Wer kann dich unterstützen? Wen kannst du mit auf deine Seite ziehen?

Siehst du, wie sich Lösungsansätze auf einmal zeigen? Das ist eine ganz andere Ausgangslage als die „Vogel-Strauss-Kopf-in-den-Sand-Technik“.

Tipp #3 – Kommunikation:

Mach einen Termin mit deinem Chef und/oder Kollegen. Kündige an, dass es um deinen Arbeitsplatz und um allgemeine/spezielle Verbesserungsvorschläge geht. Bitte um ausreichend Zeit, um deine Ideen mit konkreten Lösungsansätzen präsentieren zu können. Bereite den Termin sehr gut vor. Du solltest vor allem die Perspektive der anderen einnehmen:

  • Was könnten sie gegen deine Vorschläge einwenden?
  • Woran könnte es eventuell scheitern?
  • Versuche möglichst Lösungsansätze vorzubereiten und nimm ihnen so von vornherein den Wind aus den Segeln.

Tipp #4 – dein eigenes Mindset:

Unabhängig davon, was die Zustimmung deines Chefs und/oder Kollegen betrifft:

  • Welche Automatismen haben sich bei dir eingeschlichen, die auf den Prüfstand gehören?
  • Was übernimmst du einfach so, ohne dass es deine Aufgabe ist?
  • Wann sagst du nicht nein, obwohl du die Zeit dafür nicht hast?
  • Was stört dich an deinen Kollegen?
  • Welche Aufgaben machen dir Freude, die du wenig bis gar nicht mehr tust? Wie kannst du sie wieder öfter in deinen Alltag integrieren?
  • Wo möchtest du vielleicht kürzer treten? Arbeitszeiten reduzieren? Down-shiften? Andere Aufgaben übernehmen?

Wer, wenn nicht du, sollte denn sonst dafür sorgen, dass dir deine Arbeit wieder Spaß macht. Übernimm hierfür die volle Verantwortung. Sonst wird es niemand tun.

So, und nun hör auf zu jammern und ändere morgen ein kleines Detail. Irgendwas.

Hauptsache, du fängst mit irgendetwas Kleinem an. Manchmal sind es auch nur kleine Dinge, die uns das Berufsleben versauen. Du hast absolut nichts zu verlieren und kannst nur gewinnen. Also, fang an.

Und wenn etwas nicht funktionieren sollte, probiere etwas anderes. Manchmal klappt es nicht von Anfang an. Besonders dann nicht, wenn du schon immer alles nach Schema F gemacht hast, können Änderungen erst mal ungewohnt sein. Sowohl für dich als auch für andere. Gerade auch für andere. Du wirst wahrscheinlich erst mal Gegenwind spüren. Gib nicht auf. Es lohnt sich hier dran zu bleiben.

Und hol dir meinen Ratgeber „Raus aus der Fremdbestimmung – wie du dein Leben wieder in die Hand nimmst“.

Alles Gute,

Anja

 

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