Berufliche Umorientierung: Die 5 häufigsten Blockaden

Eine berufliche Umorientierung ist häufig herausfordernd. Diese 5 Blockaden können dich davon abhalten. Erfahre, welche das sind und wie du mit diesen umgehen kannst. 

Berufliche Umorientierung

1. Du hast Angst vor einem finanziellen Abstieg

Die erste Blockade bei der beruflichen Umorientierung ist häufig das Thema Finanzen.

Bei einer beruflichen Umorientierung stellt man sich oft die Frage, was passiert, wenn es nicht klappt, wenn man vielleicht weniger verdient als vorher oder gar arbeitslos wird und somit gar kein Einkommen mehr hat. Es geht also um die Angst vor einem finanziellen Abstieg beziehungsweise um Existenzängste.. 

Aber was hat unsere Existenz eigentlich mit dem Geld zu tun? Natürlich brauchen wir Geld, um leben zu können. Aber wir existieren auch, wenn wir nicht so viel Geld haben. Der Begriff Existenzangst ist daher sehr krass und bedrohlcih. 

Die Angst vor dem finanziellen Abstieg ist keine Altersfrage, denn die Angst um die eigene Existenz beschäftigt alle Altersstufen bei einer beruflichen Umorientierung.

Natürlich möchtest du im Idealfall in einem neuen Job nicht weniger verdienen. Dennoch stehen viele meist vor einer Entweder-oder-Frage: Entweder bist du zufrieden in deinem Job oder du verdienst gutes Geld. Dabei solltest du dir die Frage stellen, wie du in deinem Job zufrieden sein und gutes Geld verdienen kannst.

Bei der beruflichen Umorientierung solltest du dich fragen, was dich zufrieden macht. Leg die Kriterien fest und überlege dir ob und wo du bereit bist vielleicht Abstriche zu machen und wo nicht.

Häufig lässt sich ein gutes Gehalt mit einer guten Stelle verbinden. Aber es gibt auch Bereiche, in denen es nicht so leicht ist.

Halte dir vor Augen, dass viel Geld zu verdienen nicht gleichzeitig bedeutet, dass du eine hohe Lebensqualität hast. Wenn du zum Beispiel sehr viel arbeitest, viele Überstunden machst und täglich merkst, wie energielos du bist, dann verdienst du vielleicht viel, aber von hoher Lebensqualität kann nicht mehr die Rede sein.

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2. Dein neuer Job könnte noch schlimmer sein als der jetzige

Bei einer beruflichen Neuorientierung entsteht häufig die Angst, dass es nach einem Wechsel genauso ist wie vorher oder sogar schlechter.

Wie kannst du das verhindern? Hier kommt Prototyping ins Spiel..

Wenn du einen neuen Job ins Auge gefasst hast, solltest du dir unbedingt anschauen, wie dieser Job in der Praxis ist. Wie sind die Rahmenbedingungen? Was ein typischer Tagesablauf? Womit wirst du dich beschäftigen? Was sind vielleicht Schwierigkeiten, die auf dich zukommen? 

Es ist wichtig, dass du dir bewusst machst, wie dein zukünftiger Job aussieht. Schau dir nicht nur die sehr positiven Dinge an, sondern auch die eher weniger schönen Seiten. Denn nur so hast du hinterher die Sicherheit, dass dein neuer Job dir die Zufriedenheit bringt, die du dir wünschst.

3. Du fühlst dich zu alt bzw. zu jung für eine Neuorientierung

Die dritte Blockade hat etwas mit deinem Alltag zu tun. Oft höre ich in meinen Coachings, dass man zu jung oder zu alt ist für eine berufliche Umorientierung. Dabei ist in jedem Alter eine berufliche Veränderung möglich!

Jedes Alter bringt auch natürlich Vor- und Nachteile mit sich.

Wenn du Anfang 20 bist, dann wird dir häufig zugeschrieben, dass du dynamisch und flexibel bist und frischen Wind ins Unternehmen bringst. Ein Nachteil in diesem jungen Alter ist dann häufig die fehlende Erfahrung. Dabei ist es ganz natürlich, dass du noch nicht so viele Erfahrungen hast.

Im mittleren Alter, ungefähr 35 bis 45, giltst du häufig als flexibel, jung und dynamisch und hast schon einige Erfahrungen gesammelt, die du mit in ein Unternehmen einbringst. Du hast einen höheren Marktwert, was ist natürlich wieder ein negativer Aspekt ist, weil du auch mehr kostest. Es hat immer alles zwei Seiten. 

Mit 50 Jahren oder mehr hast du schon unheimlich viel Erfahrung im beruflichen Bereich sowie auch Lebenserfahrung einzubringen, was natürlich für viele Bereiche ein unglaublicher Vorteil ist. Auf der anderen Seite steht häufig die Vorannahme, dass ältere Mitarbeiter:innen nicht mehr so flexibel sind, vielleicht auch nicht mehr so belastbar und häufig teuer sind. Das sind Vorurteile, die es auszuräumen gilt.

Es gibt in jedem Alter Vor- und Nachteile für deinen Bewerbungsprozess und es gilt, diese gut herauszuarbeiten.

  • Womit kannst du punkten?
  • Was hast du für Vorteile, die dem Arbeitgeber nützlich sein können?

Im Neuorientierungsprozess kannst du deine Vorteile dann dem neuen Arbeitgeber schmackhaft machen.

4. "Ich kann nichts anderes."

Die vierte Blockade ist häufig der Satz: „Ich kann nichts anderes.” Dabei stimmt das gar nicht. Vor allem in vorangegangenen Berufsjahren sind viele Fähigkeiten entstanden, die mit in den neuen Beruf genommen werden können.

Überlege dir, was du an Kenntnissen mitgenommen hast. Was weißt du? Was sind deine Erfahrungen, die du gemacht hast und auf die du zurückgreifen kannst? Wenn du beispielsweise irgendwas verkauft hast, dann ist das eine Fertigkeit, die du erlernt hast und die du auch in anderen Bereichen nutzen kannst. Es muss nicht immer die gleiche Branche sein. 

Gleiches gilt natürlich für methodische Kenntnisse, die du erworben hast. Ein Meeting zu führen z.B. ist eine methodische Fähigkeit, die du erlernt hast, die du auch auf andere Bereiche übertragen kannst.

Wenn du diese Blockade hast, kannst du mal schauen, was du an Erfahrungswisssen, methodischem Wissen, Fachwissen, sozialen Kompetenzen usw. erworben hast. Was sind die übertragbaren Fähigkeiten und Kompetenzen? Oft verschwindet dann diese Blockade, wenn du siehst, was man eigentlich alles kann.

5. Du lässt dich von den Meinungen anderer beeinflussen

Bei der letzten Blockade geht es um dein Umfeld, das einen großen Einfluss auf dich und deine Entscheidungen hat. Damit meine ich deine:n Partner:in, deine Eltern, deine Freund:innen oder auch Kolleg:innen. 

Oft stellen wir uns bei der beruflichen Umorientierung die Frage, was jemand von uns denkt oder dass wir unsere Kolleg:innen nicht allein lassen können. Auch die Frage, wie die Eltern darauf reagieren werden, dass man vielleicht einen guten Job hinter sich lässt, um etwas Neues zu beginnen, beschäftigt uns häufig. 

Das führt oft dazu, dass diese Menschen uns davon abhalten und wir dort bleiben, wo wir gerade sind. Vor allem, wenn ein neuer Job in einer etwas weiter entfernten Stadt ist, spielt unser Umfeld eine große Rolle in unserem Entscheidungsprozess. Sich zu treffen ist nicht mehr so einfach, wie es vorher war, und der Kontakt wird sich damit verändern. Auch stellt sich die Frage, inwiefern der eigene Partner oder die Partnerin sich verändern wird, wenn ein Jobwechsel ansteht. Allgemein entsteht eine Angst vor vielen unbekannten Dingen, die sich auf alle Bereiche in unserem Leben auswirken und die eine Blockade auslösen können. 

Aber wie kannst du damit am besten umgehen? Das Erste ist erstmal zu akzeptieren, dass es normal ist, dass solche Ängste entstehen können, wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest. Dann kannst du schauen, was du dazu beitragen kannst, dass sich diese Ängste bei deinen Liebsten, bei deinen Kolleg:innen, deinen Freund:innen und auch bei dir legen. Kannst du  ihnen die Angst nehmen? Und was hat das mit dir selbst zu tun? Wo kommen deine eigenen Ängste her?

Komme am besten mit deinem Umfeld ins Gespräch und sprich über deine Ängste und die Ängste der anderen. In der Regel verschwinden Ängste, wenn man darüber redet und seine Gedanken teilt. Lass dich von deinem Umfeld nicht komplett ausbremsen, sondern nimm dich selbst ernst und gehe deinem Wunsch nach, wenn du das möchtest.

Resoniert irgendetwas davon mit dir?

Das waren die häufigsten 5 Blockaden, die uns bei einer beruflichen Umorientierung häufig beschäftigen. Vielleicht konntest du dich an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Falls du dir unsicher bist, ob dein aktueller Job wirklich der Richtige für dich ist, schau dir doch mal meinen kostenlosen Minikurs "Richtiger Job?" an. Hier gelangst du direkt zum Kurs. Außerdem kannst du dir auch gern meinen Artikel für eine berufliche Neuorientierung ansehen. Dort habe ich einen 5-Schritte-Erfolgsfahrplan für dich, der dir bei der Umorientierung helfen kann. 

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