Angst vor Jobwechsel und falscher Entscheidung - 4 wichtige Impulse

Hast du Angst vor einem Jobwechsel, weil du keine falsche Entscheidung treffen möchtest? Mit diesen 4 Impulsen möchte ich dir Mut für einen beruflichen Neuanfang machen.

Angst vor Jobwechsel

1. Deine Entscheidungen sind umkehrbar

Ein beruflicher Neuanfang ist häufig keine leichte Entscheidung. Allerdings weißt du auch nie, ob es eine gute oder eine schlechte Entscheidung gewesen wäre, wenn du es gar nicht erst probierst. Wenn du wirklich den Wunsch hast, deinen Beruf zu wechseln, dann probiere dich aus. Finde heraus, ob der neue Beruf etwas für dich ist. Entweder ist es eine gute Entscheidung gewesen oder du stellst fest, dass du noch einmal etwas ändern möchtest. Fast alle deine Entscheidungen sind umkehrbar oder korrigierbar, sodass du nicht in deinem neuen Job festgenagelt bist, obwohl es dir dort nicht gefällt. 

In Zukunft werden wir uns viel schneller verändern und an unseren Job anpassen müssen. Verabschiede dich daher von dem Gedanken, dass eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als nicht so gut erwiesen hat, nicht zu ändern ist. Häufig ist es sogar möglich, zum alten Arbeitgeber wieder zurückzukehren, wenn du das möchtest. Klar: eine aufgegebene Verbeamtung lässt sich schwer umkehren, aber das sind eher die Ausnahmen. Mach dir bewusst, wie du eine Fehlentscheidung wieder umkehren könntest, wenn du über eine berufliche Neuorientierung nachdenkst.

2. Verabschiede dich von Perfektion

In meinen Coachings merke ich häufig, dass sich meine Klient:innen selbst blockieren, weil sie denken, dass sie den perfekten Job für sich finden müssen. 

Aber: In meiner Welt gibt es nicht den perfekten Job. Du wirst in vermutlich jedem Job mindestens eine Sache haben, die nicht perfekt ist. Und je früher du dich von dem Gedanken der Perfektion verabschiedest, desto besser ist das für deinen Neuorientierungsprozess, weil du dich nicht mehr selbst blockierst.

Verabschiede dich ebenfalls von der Einstellung, dass es falsche Entscheidungen gibt. Meines Erachtens nach gibt es nur Entscheidungen, die in dem Moment, in dem du sie triffst, die bestmögliche Option für dich sind. Aus diesem Grund kann es keine falsche Entscheidung sein, sondern lediglich eine Entscheidung, die sich vielleicht im Nachhinein als noch korrigierbar herausstellt. 

Wenn du diesen Gedanken zulässt, werden deine zukünftigen Entscheidungen intuitiver und du lässt mehr dein Bauchgefühl entscheiden, anstatt Pro- und Contra-Listen zu erstellen.

3. Definiere deine Jobschlüssel

Bevor du einen Jobwechsel angehst, lege Kriterien fest, die dir bei deinem neuen Job wichtig sind. Diese sind die Schlüssel zu einem guten Job, der zu dir passt. Überlege, was bei deinem Arbeitgeber gegeben sein muss, was dir wichtig ist und versuche, das auf maximal fünf Kriterien zu beschränken. Ich nenne das die Jobschlüssel.

Hier mal ein paar Beispiele:

Wenn dir klare Strukturen wichtig sind, dann versuche herauszufinden, wie gut dein neuer Aufgabenbereich strukturiert ist. Gibt es zum Beispiel schriftliche Anweisungen oder ein Organisationshandbuch? Das sind auch Fragen, die du im Vorstellungsgespräch fragen kannst.

Wenn dir ein gutes Team wichtig ist, dann stell dir die Frage, welche Eigenschaften ein gutes Team für dich haben muss. Hier kannst du auch im Vorstellungsgespräch fragen, wie die Dynamik unter den Mitarbeitenden ist und wie diese das Arbeiten im Team empfinden. 

Wichtig ist, dass du diese Dinge in Erfahrung bringst, bevor du deinen neuen Job offiziell antrittst. Das Vorstellungsgespräch ist dafür die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob dein neuer Job deinen Kriterien gerecht wird.

Durch das Klären, ob deine Kriterien bei einem anderen Arbeitgeber umgesetzt werden, wird auch deine Angst vor dem Jobwechsel weniger werden.

4. Gamechanger Prototyping (Design Thinking)

Wenn du nur deinen Arbeitgeber wechselst, aber im gleichen Berufsfeld an sich bleibst, weißt du, was auf dich zukommt. Als Assistent:in der Geschäftsleitung zum Beispiel werden sich deine Aufgaben nicht von Arbeitgeber zu Arbeitgeber komplett unterscheiden, sondern viele sehr ähnlich sein. Vielleicht kommen ein paar neue Aufgaben hinzu oder andere Aufgaben fallen weg, aber der Job an sich ist deinem alten ähnlich. Bei solch einem Jobwechsel helfen dir vor allem die Jobschlüssel aus dem vorherigen Absatz.

Wenn du aber einen kompletten Berufswechsel vornehmen möchtest, dann wird dir das Prototyping helfen. Prototyping ist ein Begriff aus dem Design Thinking Prozess. Bei dieser Innovationsmethode geht es darum, Dinge so zu konzipieren, dass es am Ende den Nutzer:innen bestmöglich entspricht. Wenn du das auf deine berufliche Neuorientierung anwenden möchtest, ergeben sich daraus fünf Schritte.

5 Schritte im Design Thinking

Schritt 1: Verstehen

Mache dir mal eine Liste von den Jobs, die du bislang gemacht hast. Schaue, was dir an den einzelnen Jobs gefallen hat und was nicht und überlege, was du davon gern wieder in deinem neuen Job hättest. Mache dir deutlich, was du fortführen möchtest, denn es ist wichtig, dass du dich selbst und deine Wünsche verstehst.

Schritt 2: Definieren

Im zweiten Schritt kannst du deine Jobschlüssel definieren. Was soll in deinem neuen Job unbedingt vorhanden sein? Welche Werte sollen dort gelebt werden und welche Rahmenbedingungen brauchst du? Überlege, was dir an deinem neuen Job wichtig ist und bringe diese Dinge auf den Punkt. 

Schritt 3: Ideen entwickeln

Nimm deine Kompetenzen, deine Interessen und deine Lieblingstätigkeiten und entwickle daraus Ideen für deinen neuen Job. Auf diese Weise haben die Ideen sehr viel mit dir selbst zu tun und sind somit perfekt auf dich zugeschnitten.

Schritt 4: Prototyping 

Jetzt geht es darum, deine entwickelten Ideen auch auszuprobieren und zu überprüfen, ob diese überhaupt tragen. Ist es in der Praxis eine gute Idee, dass du von der Assistenz der Geschäftsleitung in einen Coaching-Job wechselst oder ein Café eröffnest? Wenn du einen richtigen Berufswechsel vornimmst, dann ist das häufig etwas, was du dir in deinem Kopf als perfekt ausmalst. Dabei wissen wir häufig noch gar nicht, wie der neue Job dann wirklich in der Praxis aussieht. Und das löst nach Angst vor Jobwechsel auch aus.

Was kannst du also tun? Komm mit anderen Menschen aus deinem angestrebten Berufsfeld ins Gespräch, probiere dich selber aus und schaue, ob deine Ideen tragen. 

Ich gebe dir einmal ein paar Fragen, die du dir stellen kannst: Entsprechen die Rahmenbedingungen deinen Wünschen? Wie sieht der Job in der Praxis genau aus? Welche Tätigkeiten haben einen großen Anteil? Entspricht dir das? Hat deine Idee den nötigen Aspekt von Sicherheit, den du brauchst? Kannst du damit das Geld verdienen, das du dir wünschst? Wie stehen dort deine Chancen auf Weiterbildung? etc.

Überprüfe, ob die Dinge, die du dir in deinem Kopf ausgemalt hast, in deinem neuen Job gegeben sind. Durch das Prototyping werden deine Ängste automatisch kleiner. Ein bisschen Unsicherheit bleibt am Ende natürlich noch, aber die massive Angst vor einem Jobwechsel wird deutich reduziert.

Schritt 5: Losgehen!

Und am Ende bleibt dann nur noch eines: Setze deine Ideen um! Finde die für dich passenden Arbeitgeber anhand deiner Jobschlüssel, schaue, wie du an einen guten Job kommst und bewirb dich. Leg einfach los, denn durch die vorangegangenen Schritte weißt du genau, was du dir wünschst, was du kannst und wie dein neuer Job aussieht. 

Ich hoffe, diese 4 Impulse und 5 Schritte helfen dir dabei, dir die Angst vor dem Jobwechsel zu nehmen, damit du den Job findest, der wirklich gut zu dir passt. Probiere dich aus und leg einfach los. Viel Erfolg dabei! 

Herzlichst

Anja 

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