Vertrauen lernen

Vertrauen lernen: Wie du aufhörst dir und anderen zu misstrauen

Willst du wieder Vertrauen lernen, weißt aber nicht wie?

  • Würdest du gern dich beruflich verändern, traust dich aber nicht, weil du denkst, dass das eh nicht klappen kann?
  • Glaubst du, du bist nicht gut genug? Hältst du dich selbst für eine/n Blender/in?
  • Denkst du, dass andere Menschen immer nur an sich denken/dass alle Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nur ausbeuten/dass Männer immer nur das „Eine“ wollen/….? Setze hier beliebige Parameter ein. Es geht hier nämlich immer um desgleichen Phänomen des Misstrauens.

Zum Misstrauen gehören sämtliche Formen des Zweifelns, des Selbstzweifels und des „Nicht-genug… -Seins“.

Wenn du dir und anderen misstraust, hast du in der Regel hohe Erwartungen an dich oder andere, die weder du noch andere jemals erreichen werden. Lies dazu auch mal meinen Artikel zum Thema Perfektionismus ablegen.

Und wenn du dir selbst nicht vertraust, dann überträgst du das in der Regel auch auf andere Personen.

Das bedeutet, dass wenn du selbst nicht glaubst, dass du etwas erreichen kannst oder etwas erfüllst, dann traust du es in der Regel auch anderen nicht zu. Dadurch entsteht ein Kreislauf von permanentem Misstrauen.

Und Misstrauen behindert dich massiv beim Wachsen. Beim Ausprobieren von Neuen. Beim Beziehungen eingehen. Es blockiert dich eigentlich überall.

Wie funktioniert das denn überhaupt mit dem Vertrauen?

In meinen Coachings höre ich immer wieder: „Ja, wie soll ich denn vertrauen lernen, Anja? Das kann ich nicht.“

Vertrauen basiert immer auf einer positiven Erwartung. Darauf, dass du den Glauben oder die Überzeugung hast, dass etwas positiv ist oder ausgehen wird.

Das bedeutet, beim Vertrauen handelt es sich immer um eine aktive Vorschussleistung von dir.

Vertrauen kann auch aus einer Erfahrung heraus entstehen, die du gemacht hast. Wenn z.B. ein Mensch etwas besonders Vertrauenserweckendes tut oder ganz besonders loyal zu dir steht, dann kann das auch Vertrauen entstehen lassen.

Und dennoch entscheidest du auch hier, ob du dem folgen möchtest. Das bedeutet, dass auch in diesem Fall eine aktive Vorschussleistung von dir folgen muss, damit bei dir das Gefühl des Vertrauens entstehen kann.

Warum ist es überhaupt wichtig, Vertrauen zu lernen?

Vielleicht denkst du: „Wozu soll ich das überhaupt lernen? Es ist doch viel besser misstrauisch zu sein, dann werde ich nicht so oft enttäuscht!“

1. Vertrauen zu lernen ist wichtig, um überhaupt loszugehen. 

Wenn du etwas verändern und wachsen willst, brauchst du Vertrauen. Wenn du z.B. einen neuen Beruf ergreifen möchtest, musst du irgendwann die Kündigung einreichen und loslassen.

Und das erfordert Vertrauen in dich, dass du das schaffen kannst.

Vertrauen in die Situation, dass sie bis zu einem gewissen Grad überschaubar und kalkulierbar  ist.

Und Vertrauen in andere Menschen, dass sie dir helfen können und du nicht allein bist.

Ohne Vertrauen wirst du keinen einzigen Schritt tun. Und da bleiben, wo du bist.

2. Vertrauen kann auch Komplexität reduzieren.

Einfach, indem wir unser Bestes geben und dann für den ganzen unkontrollierbaren Rest einfach vertrauen, dass es sich schon richten wird.

Das ist übrigens sehr hilfreich bei allen komplexen – und was ist schon einfach – Sachverhalten. Immer, wenn wir nicht alles überblicken können, ist Vertrauen das letzte i-Tüpfchen, wenn wir alles gegeben haben.

3. Vertrauen hilft dir mutiger zu sein.

Wenn du ein Grundvertrauen in dich und das Leben entwickelt hast und du weißt, dass du grundsätzlich mit allem wirst umgehen können, bist du natürlich auch freier und mutiger in deinen Entscheidungen.

Vielleicht krempelst du dann dein Leben komplett um, machst dich selbstständig, kündigst deine Wohnung, usw.

Und wie kannst denn nun Vertrauen lernen?

Das wird jetzt wahrscheinlich nicht die Antwort, die du dir erwartest und vielleicht erhofft hast.

Vertrauen lernst du, indem du Vertrauen schenkst. 

Da Vertrauen eine Vorschussleistung ist, die du aktiv reingeben musst, ist es deine Entscheidung, ob du das tun willst.

Das bedeutet, dass es nichts anderes als eine Entscheidung ist, ob du dir selbst, einer Situation oder einer Person dein Vertrauen schenken möchtest. Du kannst das ganz bewusst aktiv entscheiden. Einfach, indem du dich dazu entschließt.

Klingt so einfach oder? Im Grunde ist es das auch.

Und es erfordert dennoch etwas ganz Wesentliches von dir:

Vertrauen erfordert die Bereitschaft zur Verletzlichkeit.

Du musst bereit dazu sein, auch verletzt werden zu können!!! 

Dieser Satz ist so unglaublich wichtig! Du musst bereit dazu sein, auch verletzt werden zu können.

Warum?

Wenn du dir, jemand anderen oder einer Situation vertraust, heißt das, dass es auch negativ für dich ausgehen kann. Also genauer gesagt: nicht deinen Erwartungen entsprechend.

Wenn du dir selbst vertraust, kann es auch sein, dass du dich selbst enttäuscht. Wenn du nicht so handelst, solche Ergebnisse lieferst, wie du dir das wünschst. Ja, das passiert.

Wenn du einer Person vertraust, kann sie dich verletzen, indem sie dich betrügt, belügt oder sonstwie enttäuscht. Diese Möglichkeit besteht natürlich immer. Und du gehst immer das Risiko ein, dass genau das auch passieren wird.

Wenn du einer Situation vertraust, kann es passieren, dass sie sich nicht als das entpuppt, was du dir erhofft hast. Klar, auch das passiert.

Und deshalb erfordert es Mut von dir, dich verletzlich zu machen und genau damit umgehen zu lernen. 

Dich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Anderen Menschen zu vertrauen, ohne zu wissen, ob sie dich verurteilen, verletzten oder auslachen werden.

Schmerzt das? Ja!

Und doch: Ohne den Mut zur Verletzlichkeit bist du nicht in der Lage, neue Erfahrungen zu machen, tiefe Beziehungen einzugehen und ein Leben aus vollem Herzen zu führen.

Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Daher gibt es gar keine Alternative dazu.

Oder willst du immer in deinem ungeliebten Job bleiben? Möchtest du nicht wirklich lieben und dich verbunden fühlen? Nichts Neues mehr lernen? Wahrscheinlich nicht oder?

Mach dir bewusst, dass wir alle verletzbar sind. Jeder einzelne. Wir alle sollten unsere Verletzlichkeit einfach annehmen. Sie ist da. Sie wird nie gehen.

Vertrauen zu lernen ist Muskeltraining

Wenn du nun Vertrauen schenken möchtest, dann ist das wie ein Muskel, den du trainieren kannst.

Es ist eine Gewohnheit. Du erwirbst Vertrauen, indem du Vertrauen schenkst.

Je öfter du das machst, desto leichter fällt es dir.

Natürlich sollst du deinen Grips nicht ausschalten dabei!

Du sollst selbstverständlich nicht blind und naiv jedem Menschen oder jeder Situation dein Vertrauen schenken. Das wäre gelinde gesagt verrückt und töricht.

Aber je öfter du eine positive Erfahrung machst, dass dein Vertrauen angemessen und gut war, desto einfacher fällt es dir beim nächsten Mal, das Vertrauen zu schenken.

Also, hab Mut und starte noch heute:

  • Wem oder was kannst du heute dein Vertrauen schenken?
  • Wie wäre es, wenn du mit dir selbst beginnst? Wo kannst du selbst dir mehr Vertrauen schenken
  • Wie leicht fällt dir das?

Teile es uns in den Kommentaren mit. Ich freue mich darauf.

P.S. wenn du mehr zum Thema „Verletzlichkeit“ lesen möchtest, dann empfehle ich dir die Bücher von Brené Brown. Hier ist ein Amazon Link dazu.

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